Vergangene Semester

Hier findet ihr alle Informationen zu den Programmen und Aktionen der letzten Semester, seit Gründung des Orchesters.

Wintersemester 2017/2018

Unter dem Motto “ Von Hexen, Geistern & Dämonen “ nehmen wir euch mit in die dunkle, aber auch unterhaltsame Geisterwelt! sinforma-flyerA6_ws17-18_WEB-1

Filmmusik aus allen 8 Harry Potter Filmen
Ouvertüre zur Oper „Hänsel & Gretel“ von E. Humperdinck
Die „Hui-Buh-Suite“ aus dem gleichnamigen Film
„Danse macabre“ von C. Saint-Saëns
„Die Mittagshexe“ von A. Dvorak
„Der verzauberte See“ von A. Ljadow

Konzerttermine:

Dienstag, 06. Februar 2018, 19:30 Uhr in der Christuskirche Mainz

Mittwoch, 07. Februar 2018, 19:30 Uhr im Hörsaal P1 (Philosophicum) auf dem Campus Mainz

Saint-saëns: Danse macabre op. 40

Mitternacht bricht herein, die Glocke schlägt zwölf. Der Tod beginnt, auf seiner Fiedel zu spielen und tanzt dazu. Die Walpurgisnacht kann beginnen!
Das klingt für Sie nach einem Horrorfilm? Stattdessen handelt es sich hierbei allerdings um den Beginn der „Danse macabre“ von Saint-Saëns – eine symphonische Dichtung, die auf einem Gedicht von Henri Cazalis beruht. Nachdem die zwölf Harfenschläge Mitternacht eingeläutet haben, erklingt das misstönende Violinsolo des Todes. Dieses Solo beginnt mit einem Tritonus – ein Intervall, das durch seine reibende Dissonanz als diabolus in musica bekannt wurde. Dafür muss unsere Konzertmeisterin sogar ihre Geige umstimmen, denn die E-Saite wird auf ein Es heruntergestimmt. Das Werk nimmt dann durch das erste (Flöte) und zweite Thema (Solo-Geige) an Fahrt auf und symbolisiert dabei das Aufstehen der Skelette aus ihren Gräbern. Das Klappern der Knochen ist durch das hervortretende Xylophon hörbar.
Nach dem Ertönen des Dies irae, einem Teil der Totenmesse aus der Gregorianik, erreicht die „Danse macabre“ ihren Höhepunkt, der allerdings jäh zum Erliegen kommt: Das Morgengrauen wird durch einen abrupten, hinwegebbenden Streicherakkord angekündigt und durch das Krähen des Hahns (Oboe) verdeutlicht. Die Skelette kehren zu ihren Gräbern zurück.

Ljadow: Der verzauberte See op. 62

Ljadow war zutiefst fasziniert von der Natur seiner russischen Heimat. Über das hochromantische Werk „Der verzauberte See“ schrieb er: „Wie schön der See ist, wie rein und mit Sternen und Geheimnissen in der Tiefe! Aber das Wichtigste ist die Abwesenheit von Menschen mit ihren Freuden und Leiden, eine tote Natur – kalt, böse, aber phantastisch.“
Was können wir dieser eigenen Einschätzung entnehmen? Sie zeigt, dass „Der verzauberte See“ tatsächlich das einzige Werk des heutigen Abends ist, das keine übernatürliche Kreaturen als solche darzustellen versucht – stattdessen sucht Ljadow Inspiration in der Natur und versucht, mit seiner impressionistischen Tonsprache das „böse“ Wesen der Schöpfung selbst zu vertonen. Die gedämpfte Instrumentierung (Trompeten, Posaunen und Tuba fehlen; stattdessen dominieren zarte, düsterere Klangfarben) fängt die Kälte und den Grusel ein, die der Komponist bei der Betrachtung der Natur empfindet.

Dvorák: Die Mittagshexe op. 108

Mit der Mittagshexe kehren wir zurück in die Welt der kreatürlichen Geister und Dämonen – genauer gesagt, tauchen wir nun in die slawische Mythologie ein, in der die Mittagshexe einen festen Platz hat.
Am Anfang dieser märchenartigen Sage wird die Harmonie des familiären Lebens dargestellt (Klarinetten), die immer vom lauten Spiel der kleinen Tochter (staccato Tonwiederholungen in der Oboe) unterbrochen wird. Die von der Mutter als Strafe angedrohte Mittagshexe erscheint in Wirklichkeit und bringt das Mädchen nach kurzem Gefecht mit ihrer Mutter in ihre Gewalt (als die Glocke mit den zwölf Schlägen den Mittag einläutet). Als die in Ohnmacht gefallene Mutter wieder zu sich kommt, hat sie ihre tote Tochter in den Armen.

Humperdinck: Ouvertüre zu „Hänsel und Gretel“

Die Oper Hänsel und Gretel von Engelbert Humperdinck wurde 1891 komponiert und 1893 unter der Leitung von Richard Strauß in Weimar uraufgeführt. Mit diesem Werk gelang Humperdinck einer der größten Erfolge der deutschen Oper im späten 19. Jahrhundert. Das Märchenspiel in drei Bildern wurde vielfach mit Richard Wagners Opern verglichen. Dass die Oper so erfolgreich war, lag unter anderem daran, dass Humperdinck einige bekannte Volksweisen übernahm: „Ein Männlein steht im Walde“, „Suse, liebe Suse, was raschelt im Stroh“ oder das Gebet „Abends will ich schlafen gehen“ sowie einen wilden Hexentanz. In der Ouvertüre werden einige der Hauptthemen vorgestellt und miteinander verflochten.
Die Handlung der Oper entspricht dem gleichnamigen Grimmschen Märchen: Die aus ärmlichen Verhältnissen stammenden Geschwister Hänsel und Gretel werden nach einem Streit von der Mutter in den Wald gejagt, um Beeren zu sammeln. Als es dunkel wird und der Vater nach Hause kommt, machen sich die Eltern voller Sorge auf die Suche nach ihren Kindern im Wald. Hänsel und Gretel finden den Heimweg nicht mehr und legen sich, nachdem sie den Abendsegen gebetet haben, schlafen. Am nächsten Morgen finden sie das Knusperhäuschen und werden von der Hexe hereingelockt. Hänsel wird eingesperrt und gemästet, Gretel muss den Tisch decken. Doch sie kann Hänsel befreien und gemeinsam werfen sie die Knusperhexe in den Ofen. Daraufhin erwachen auch die vielen Lebkuchenkinder, die als Zaun um das Knusperhäuschen standen und schließlich finden auch die Eltern ihre Kinder wieder.

Filmmusik zu „Hui Buh“

Wer kennt es nicht: Hui Buh, das Schlossgespenst. Ein Kinderbuch- und Hörbuchklassiker, der 2006 als Animationsfilm in den deutschen
Kinos erschien. Die Filmmusik zu diesem Geisterspektakel stammt von Egon Riedel. Er orientiert sich dabei an amerikanischen Vorlagen wie John Williams, aber auch an klassischen Stilen wie dem von Peter Tschaikowski. In dem Film geht es um Ritter Balduin, der anno 1399 von einem Blitz getroffen und dadurch zum Gespenst Hui Buh wird. 500 Jahre danach spukt er immer noch vor sich hin, bis König Julius 111. dort mit seinem Gefolge absteigt. Dieser Trubel gefällt Hui Buh überhaupt nicht und er legt sich mit dem Spuken richtig ins Zeug, was aber leider seine Wirkung verfehlt. Das alles, und natürlich noch eine Liebesgeschichte, findet sich schon in der Hui Buh Suite, die wir heute spielen: schauriges Geheule, geheimnisvolle Melodien, wilde Verfolgungsjagden und romantische Momente.

Medley aus der Filmmusik zu „Harry Potter“

Eine der bekanntesten Bücher- und Filmreihen sind die Abenteuer von Harry Potter, die aus der Feder von J.K. Rowling stammen. Kaum ein anderes Kinder- und Jugendbuch hat international eine solche Bekanntheit erlangt. Auch die Filmmusik ist weltbekannt und beliebt. Wir konnten uns nicht für einen Film entscheiden und spielen heute deswegen Stücke aus allen acht Harry Potter Filmen. Die Musik zu den Filmen stammt dabei nicht von einem, sondern gleich von vier verschiedenen Komponisten: John Williams (Filme 1-3), Patrick Doyle (4. Film), Nicholas Hooper (5. und 6. Film) sowie Alexandre Desplat (7. und 8. Film). Ihr bekommt heute also ein „Best of“ aller Harry Potter Filme. Von „Hedwig’s Theme“ über „Harry in Winter“ bis „The Burrow“, ein Rundumschlag durch die zauberhafte Welt des Harry Potter.

Sommersemester 2017

Flyer_SoSe_2017Bruch: Schottische Fantasie

Schwere, langsame Bläserakkorde leiten die Schottische Fantasie in einem mystischen Charakter ein, bevor sich die Solovioline zunächst fast schon wehmütig darüberlegt. Selten hat ein SinfOrMa-Konzert so melancholisch angefangen! Doch keine Angst, schon der zweite Satz bringt Linderung in Form eines versöhnlichen, gesanglichen Adagio-Satzes. Das Scherzo ist ein virtuoser Tanz, in dem Orchester und Sologeige sich kunstvoll gegenseitig die Bälle zuwerfen. Es folgt ein schwelgerischer langsamer Satz, bevor das Finale mit seinen spritzigen Violineneinsätzen und seinen ausgelassenen Melodien einen würdigen Rahmen für ein großartiges Werk bildet.
Doch warum heißt das Ganze jetzt „Schottische Fantasie“? Tatsächlich weist jeder einzelne Satz Melodien auf, die auf schottische Volkslieder zurückgehen. Auch wenn Bruch zum Zeitpunkt des Komponierens noch nie in Schottland gewesen war, war er so fasziniert von diesen Liedern, dass er ihnen mit dem Werk quasi eine Hommage setzte. Es wäre übrigens falsch, die Schottische Fantasie als reines Violinkonzert anzusehen, da auch die Harfe eine prominente Rolle einnimmt.

Sibelius: Karelia-Suite

Da 2017 das Sibelius-Jahr ist (er wurde vor 150 Jahren geboren), bekommen Sie heute gleich zwei seiner tollen Werke zu hören. Zunächst nehmen wir Sie mit nach Karelien, eine russisch-finnische Landschaft, der Sibelius mehrere Werke widmete. Teile davon fasste er in der Karelia-Suite zusammen. Der musikalische Gestus orientiert sich an karelischer Volksmusik und ist somit ähnlich inspiriert wie die Schottische Fantasie! Anlass für die Komposition war ein Festumzug, den Studenten der Universität Helsinki 1893 in Karelien veranstalteten und damit für die Zugehörigkeit Kareliens zu Finnland demonstrierten.
Diese Prozession könnte mit etwas Fantasie im ersten Satz, dem Intermezzo, hörbar sein. Aus einem wabernden Streichernebel treten die Hörner fast schon militärisch mit doppelpunktierten Rhythmen zunehmend deutlich hervor, bevor sie die Melodie zunächst an die Trompeten und schließlich an das gesamte Orchester weitergeben. Zum Schluss zieht der Umzug vorüber und verschwindet wieder.
Der zweite Satz ist eine elegische Ballade, die einen melancholischen Charakter hat und diesen vollends auskostet. Inspiration für diese Ballade war eine Geschichte, nach der der schwedische König Karl VIII. im 15. Jahrhundert durch Minnesänger nostalgisch an seine Jugend zurückerinnert wird. Sibelius schuf damit wunderschöne, berührende Musik, die zwischendurch fast zum Erliegen kommt und in die Stille hört, bevor das Englischhorn letztlich die Ballade zu einem melancholischen Ende bringt.
Der abschließende marschähnliche Satz, der ursprünglich die Belagerung einer karelischen Burg darstellen sollte, bildet den schwungvollen und virtuosen Abschluss dieser Suite.

Berwald: Erinnerung an die norwegischen Alpen

Das SinfOrMa widmete sich schon mehreren längst vergessenen Komponisten (wie Joachim Raff oder Joly Braga Santos), und diese Tradition soll in diesem nordischen Programm fortgeführt werden. Wir spielen für Sie die extrem selten aufgeführte Tondichtung „Erinnerung an die norwegischen Alpen“ des schwedischen Komponisten Franz Berwald. Dieses Werk, das im klassischen Sonatenhauptsatz geschrieben ist, fängt die Eindrücke Berwalds von einem Besuch der norwegischen Berge ein. Ist die Exposition noch recht düster und schwermütig, wechseln sich in der Durchführung dramatische mit pastoralen, friedlichen Stimmungen ab. In dem Moment, wo das Stück auf einen prächtigen Höhepunkt zusteuert, bricht die Musik einfach ab – und endet ähnlich, wie es begonnen hat: Langsam und nostalgisch beschließen solistische Holzbläser und die Bassposaune das beeindruckende Werk.

Sibelius: Finlandia

Wir kehren mit Finlandia zu Jean Sibelius zurück. Dieses ist eines seiner bekanntesten und unbestreitbar eines seiner besten Werke. Ursprünglich schrieb er Finlandia als letztes Stück einer Suite, die im Rahmen einer Protestbewegung gegen die russische Zensur 1899 entstand. Während der Aufführung wurde ein Gemälde mit Szenen aus der finnischen Geschichte gezeigt. Ähnlich wie die KareliaSuite war Finlandia also auch ein patriotischer Versuch, auf musikalische Weise gegen den Einfluss des russischen Zarenreichs zu protestieren.
Aufgrund der russischen Zensur musste Finlandia allerdings seit seiner Uraufführung (1900) für längere Zeit unter anderen Namen und ohne das Gemälde aufgeführt werden; diese Aufführungspraxis hat sich durchgesetzt. Allerdings wurde Finlandia sehr lange als inoffizielle finnische Nationalhymne angesehen und 1941 sogar ein Chorgesang auf die Hymne im Mittelteil geschrieben.
Finlandia beginnt mit urgewaltigen Klängen: Blechbläser, Fagotte und Pauken tragen eine markige Melodie im fortissimo vor, die von den Holzbläsern und dann von den Streichern melancholisch aufgenommen und weiterentwickelt wird. Nach einem fast schon militärisch anmutenden Mittelteil breitet sich eine wunderschöne, hymnenartige Melodie aus, die zwar von der martialischen Musik von davor gestört wird, die sich aber im grandiosen Finale wieder ausbreitet.

Wintersemester 2016/2017

Dieses Semester geht es nach Russland, in die Heimat von Schostakowitsch, Tschaikowski und vielen anderen:Flyer_WiSe_2016-17

Nikolai A. Rimski-Korsakow: Ouvertüre zur Oper „Die Zarenbraut“
Alexander Borodin: Eine Steppenskizze aus Mittelasien
Ausschnitte aus der 2. Romeo & Julia-Suite von Sergei Prokofjew und aus Modest Mussorgskis Bilder einer Ausstellung
Dimitri Schostakowitsch: Walzer Nr. 2
Ausschnitte aus Pjotr Tschaikowskis Schwanensee

Konzerttermine:

Mittwoch, 08. Februar 2017, 19:30 Uhr im Hörsaal P1 (rechter Vorbau des Philosophicums)
Freitag, 10. Februar 2017, 19:30 Uhr in der Christuskirche, Mainz

Nikolai Rimski-Korsakow (1844-1908): Ouvertüre zur Oper “Die Zarenbraut” (1898)

Rimski-Korsakows 1899 uraufgeführte Oper “Die Zarenbraut” erzählt die tragische Geschichte der Händlerstochter Marfa, die im Mittelpunkt einer Dreiecksbeziehung zwischen zwei Männern steht. Vom Zaren Iwan (der Schreckliche) zur Braut gewählt, wird sie schlussendlich durch einen vergifteten Liebestrank getötet.

Davon ist allerdings in der Ouvertüre, die klassisch mit zwei kontrastiven Themen gehalten ist, noch nichts zu spüren: Mal beschwingt und elegant, dann wieder lyrisch und gesanglich läutet sie die dramatische Oper ein.

Alexander Borodin (1833-1887): Eine Steppenskizze aus Mittelasien (1880)

Alexander Borodins symphonische Dichtung “Steppenskizze aus Mittelasien” ist typische Programmmusik. Das heißt, dass der Musik ein außermusikalisches Programm zur Seite gestellt wird, welches Borodin selbst folgendermaßen ausformulierte:

„In der einförmigen Steppe Mittel-Asiens erklingen die bisher fremden Töne eines friedlichen russischen Liedes. Aus der Ferne vernimmt man das Getrappel von Pferden und Kamelen und den eigentümlichen Klang einer morgenländischen Weise. Eine einheimische Karawane nähert sich. Unter dem Schutz der russischen Waffen zieht sie sicher und sorglos ihren weiten Weg durch die unermessliche Wüste. Weiter und weiter entfernt sie sich. Das Lied der Russen und die Weise der Asiaten verbinden sich zu einer gemeinsamen Harmonie, deren Widerhall sich nach und nach in den Lüften der Steppe verliert.“

Borodin verwendet dafür vier musikalische Bausteine: die endlosen Weiten der Steppe (langer, hoher Ton in den Violinen); das russische Lied (Klarinette und Horn); das Getrappel der Karawane (gezupfte Streicher); und schließlich die orientalische Weise (Englischhorn). Diese Bausteine kombiniert Borodin im Folgenden immer wieder kunstvoll neu, wobei sich die russische Melodie gegenüber der asiatischen durchsetzt. Der hohe Violinenton beendet das Werk und bringt es so zu einem zyklischen Abschluss.

Sergej Prokofjew (1891-1953): Romeo und Julia. Suite Nr. 2 op. 64ter (1936)

Mit Romeo und Julia kehren wir zurück in die Welt der Liebestragödie. Die dramatische Geschichte ist ein Stück Weltliteratur und unzählige Male literarisch und musikalisch adaptiert worden.

So eben auch von Sergej Prokofjew (1891-1953), der mit Romeo und Julia sein bedeutendstes Ballett schrieb. Seine Tonsprache, die zwischen schroffen, modernen Klängen und zarten, lyrischen Melodien schwankt, ist auch in der ersten Nummer aus der 2. Orchestersuite zu hören: Sie beginnt mit einer extrem langsamen Aufeinanderschichtung von teils dissonanten Akkorden, die sich im crescendo stärker und stärker aneinanderreiben und somit die riesigen Spannungen zwischen den beiden Familien darstellen.

Der folgende Teil, der Rittertanz, ist eines der bekanntesten Werke Prokofjews. Er ist durch die stampfenden Viertel von Bassposaune, Tuba und Kontrabässen sowie durch den punktierten Rhythmus der Streicher charakteristisch. Der Mittelteil des Stücks stellt Julias Sehnsucht nach Romeo dar und wird im Kontrast zum hämmernden Tanz durch eine zarte Flötenmelodie und durch glissandi in den Streicher zerbrechlich und lyrisch instrumentiert.

Modest Mussorgski (1839-1881): Das alte Schloss. Aus: Bilder einer Ausstellung (1874)

Ursprünglich für Klavier solo komponiert, faszinierte Modest Mussorgskis Werk “Bilder einer Ausstellung” Zuhörer und Komponistenkollegen gleichermaßen. Es beinhaltet, ähnlich wie die “Steppenskizzen”, Programmmusik – allerdings hier auf der Grundlage von Gemälden. Mussorgsky fing seine Eindrücke von zehn Gemälden seines Freundes Viktor Hartmann musikalisch ein.

Der Ausschnitt, den Sie heute Abend hören werden, heißt “Das alte Schloss” (“Il vecchio castello”) und wurde von Maurice Ravel orchestriert. Das Werk stellt das entsprechende Aquarellgemälde Viktor Hartmanns durch seinen ruhigen, romanze-artigen Charakter mit einem Altsaxophon-Solo dar.

Dmitri Schostakowitsch (1906-1975): Walzer Nr. 2

Stanley Kubrick, André Rieu, Karel Gott und noch viele mehr bedienten sich des Walzers Nr. 2 von Dmitri Schostakowitsch (1906-1975). Doch was macht diesen wahrscheinlich in den 1950er Jahren entstandenen Walzer derart berühmt, das er unzählige Male als Filmmusik, Werbemusik, Coversong etc. herhalten musste? Es liegt wohl an der schlichten, eleganten Walzermelodie, die zunächst zart und solistisch, dann sich immer weiter steigernd vorgetragen wird. Auch wenn dieses Thema im Mittelteil durch eine burleske, ausgelassene Melodie unterbrochen wird, findet der Walzer immer wieder zu seinem charakteristischen Thema zurück, sodass sich am Ende wieder der Kreis schließt.

 

Pjotr Iljitsch Tschaikowsky (1840-1893): Auszüge aus Schwanensee op. 20 (1876)

Die Oboe stimmt solistisch über Holzbläserakkorde eine simple Melodie an, die von der Klarinette und den Celli weitergeführt wird. So beginnt eines der bekanntesten Werke Pjotr Iljitsch Tschaikowskys (1840-1893) und eines der berühmtesten Ballette überhaupt.

Das Werk schildert das Märchen vom Prinzen Siegfried, der sich in das Schwanenmädchen Odette verliebt. Diese wurde vom Zauberer Rotbart in einen Schwan verwandelt und kann nur durch einen Liebesschwur erlöst werden. Siegfried schwört ihr seine ewige Liebe, wird aber von Rotbart getäuscht: Bei einem Ball, bei dem Siegfried seine Braut wählen soll, erscheint Odile, die das negative, verführerische Ebenbild von Odette ist. Siegfried hält Odile für Odette und schwört ihr seine Liebe. Als er seinen Irrtum bemerkt, eilt er zu Odettes See und stürzt sich mit ihr in eine von Rotbart geschickte Flutwelle, in der das Liebespaar gemeinsam stirbt.

Durch die ausgewählten Nummern aus dem Ballett, die wir heute für Sie spielen werden, erhalten Sie einen bleibenden Eindruck des facettenreichen Werks Tschaikowskys, das sich perfekt in das Motto “Romantisches Russland” einfügt.

 

 

Sommersemester 2016

„Vive la France! Filmmusik und sinfonische Werke“sinforma-plakata2-ss2016_druck

Mesdames et messieurs, diesen Sommer wird es französisch beim SinfOrMa. Wir entführen Euch auf eine musikalische Reise nach Frankreich, vorbei an einem Internat mit singenden Schuljungen („Die Kinder des Monsieur Mathieu“), durch Paris und typisch französische Cafés („Die fabelhafte Welt der Amélie“). César Franck ließ sich in seiner Symphonie von französischer Musik inspirieren und Georges Bizet komponierte eine der bekanntesten französischen Opern: „Carmen“. Seid dabei, wenn unsere Reise durch das romantische, wilde, aber auch melancholische Frankreich beginnt. Ganz nach dem Motto: „La vie est belle!“.

Wintersemester 2015/16

„Es war einmal…“sinforma-plakatA3-ws2015-16-001

Die Konzerte des SinfOrMas stehen dieses Semester ganz im Fokus von Märchen. In der kalten, oft grauen Jahreszeit entführen wir Euch mit unserem Programm auf sonnige Lichtungen und nehmen Euch mit zu Tänzen von Dryaden und anderen Fabelwesen.

Mit der weltweit bekannten Morgenstimmung von Edvard Grieg lassen wir in den Konzertsälen die Sonne aufgehen, um uns am Ende des Programms mit Joachim Raffs 3. Sinfonie in den Wald auf die zu Jagd begeben.
Dramatik darf beim Konzert natürlich auch nicht fehlen: Dafür sorgen Stücke wie Åses Tod von Edvard Grieg aus der Peer-Gynt-Suite oder der Wassermann von Antonín Dvořák.
Freut Euch also auf einen abwechslungsreichen Abend und taucht ein in eine Welt voller Zauber!

Programm

Edvard Grieg (1843-1907)
Peer Gynt Suite Nr. 1 op. 46

I. Morgenstimmung
II. Åses Tod
III. Anitras Tanz
IV. In der Halle des Bergkönigs

Antonín Dvořák (1841-1904)
Der Wassermann op. 107

Joachim Raff (1822-1882)
Symphonie Nr. 3 F-Dur op. 153  „Im Walde”

I. Am Tage
II. In der Dämmerung: Träumerei
III. In der Dämmerung: Tanz der Dryaden
IV. Nachts

Edvard Grieg – Peer Gynt Suite Nr. 1
Eine einzelne Flöte erhebt sich mit einer wunderschönen Melodie über das restliche Orchester, das das Thema nach und nach aufnimmt und zum Strahlen bringt – die Sonne ist aufgegangen. Alles schon mal gehört? Kein Wunder, die „Morgenstimmung“ aus Griegs Peer Gynt gehört zu den bekanntesten Melodien, die in der klassischen Musik zu finden sind.
Während die beiden mittleren Sätze – eine schmerzvolle Elegie und ein Tanz – weniger populär sind, hat die gewaltige „Halle des Bergkönigs“ dagegen einen hohen Wiedererkennungswert. Dieses Werk ist die Vertonung des gleichnamigen Gedichts des Schriftstellers Henrik Ibsen, der darin norwegische Märchen von Peter Christensen Asbjørnsen verarbeitete.

Antonín Dvořák – Der Wassermann
Noch plastischer als Grieg setzte Dvořák in seiner Tondichtung „Der Wassermann“ die Handlung eines tschechischen Märchens in Musik um: Ein junges Mädchen sitzt am See und wird vom Wassermann ins Wasser entführt, wo er sie gewaltvoll festhält und schwängert. Als das Mädchen zu ihrer Mutter flüchtet und diese dem Wassermann verweigert, ihre Tochter freizulassen, legt er ihr die Leiche des Kindes der Beiden vor die Tür. Man hört das Stapfen des Wassermanns, der in den See zurückwatet. Das Werk klingt in einem düsteren Akkord aus.

Joachim Raff – Symphonie Nr. 3 „Im Walde“
Die zweite Konzerthälfte ist einem Werk gewidmet, das in heutigen Spielplänen quasi komplett vernachlässigt wird: der 3. Symphonie von Joachim Raff. Der Beiname „Im Walde“ stimmt den Hörer schon auf den ersten Satz ein, in dem harmonische Klangfarben und an Jagd erinnernde Hornsignale die idyllische Stimmung des idealisierten Waldes vertonen. Der zweite Satz markiert durch die zärtlichen Holzbläsersoli und das Flirren der Streicher den Einbruch der Dämmerung; anschließend huschen Dryaden (Baumgeister) – durch tänzerische Einwürfe der Holzbläser – durch den Wald (3. Satz). Mit Einbruch der Nacht ist im 4. Satz schließlich eine wilde Jagd zu hören, in der Frau Holle, Wotan und verschiedenste Kobolde in einem gespensterhaften Zug durch den Wald eilen, um am Schluss von der aufgehenden Sonne vertrieben zu werden – der mächtige Schlusschoral beendet eine grandiose Symphonie und schließt den Kreis zum Beginn unseres Konzertes, der „Morgenstimmung“.

Konzerte
27. Januar 2016, 19:30 Uhr
Christuskirche Mainz

28. Januar 2016, 19:30 Uhr
P1 Hörsaal, Campus Mainz

Sommersemester 2015

„Licht und Schatten“

Wintersemester 2014/15

„Ardo – Sinfonisches Feuer“

Ob Klassische Musik, Rock, Pop oder Volkstanz – Musik berührt uns alle auf eine ganz besondere Art und Weise. Wie kaum etwas anderes weckt Musik in uns Emotionen, Leidenschaften und Erinnerungen. Genau dafür steht der spanische Ausdrucke ardo (= für etwas brennen, von Leidenschaft und Emotionen erfüllt sein), und deswegen hat das Sinfonische Orchester Mainz ihn in diesem Semester zu seinem Konzertmotto gewählt.
Am 04. und 05. Februar 2015 wird das SinfOrMa in der Christuskirche Mainz und dem P1 Hörsaal im Philosophicum der Universität Mainz ein Sinfonisches Feuer von klassischen Klängen bis hin zu südamerikanischen Rhythmen als Semesterabschlusskonzert präsentieren.

Über den Stress im Alltag neigen wir oft dazu zu vergessen was für ein Glück es eigentlich ist einfach nur zu leben. Gemeinsames Musizieren bietet uns jedoch die Möglichkeit, die alltäglichen Probleme zu vergessen, all unsere Energie und Leidenschaft für die Musik an die anderen Musiker weiterzugeben und einfach nur den Moment der vollkommenen Emotionen zu genießen. Ein solch mitreißendes Werk ist die Ungarische Rhapsodie Nr. 2 des ungarisch-österreichischen Komponisten Franz Liszt, der, inspiriert von den Melodien seiner Jugend, von den fröhlichen und dramatischen Momenten der ungarischen Volksgeschichte erzählt.
Auf eine ganz andere Art und Weise berührt auch das Concierto de Aranjuez, welches der Spanier Joaquin Rodrigo für seine Frau schrieb. Die Sologitarre und das Orchester zeugen auf hochromantische Weise sowohl von der tiefen Liebe der beiden, als auch von der Trauer über die Fehlgeburt des erstgeborenen Sohnes.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, und die Musik ist eine Sprache, die jeder Mensch versteht. Mit der Kombination von beiden in seinem Zyklus Bilder einer Ausstellung, welchen er nach Gemälden seiner Freundes Viktor Hartmann komponierte, schuf der russische Komponist Modest Mussorgsky ein unglaublich energievolles Werk. Betreten Sie mit uns die bedrohliche Hütte der wilden hexenähnlichen Sagenfigur Baba Jaga, und reiten Sie anschließend durch das prunkvolle, erhabene und beständige Große Tor von Kiev, welches schon von weitem wie ein Leuchtsymbol zu sehen ist.

Durch mitreißende Rhythmen und eingängige Melodien, die sofort ins Ohr gehen, begeistsern Volkstänze seit jeher die Menschen. So zum Beispiel der brasilianische Volkstanz Tico Tico von Zequinha de Abreu, den in Südamerika so gut wie jeder kennt und mitpfeifen kann. Wenn dieser Funke der Lebensfreude und Energie auf das Publikum überspringt, bleibt garantiert niemand ruhig sitzen. Der aus der afro-brasilianischen Sklavenmusik entstandene Volkstanz Batuque von Oscar Lorenzo Fernández ist zwar etwas melancholischer, aber dadurch nicht weniger berührend, mi Gegenteil!

Konzerte
04. Februar 2015, 20:00 Uhr
Christuskirche Mainz

05. Februar 2015, 20:00 Uhr
P1 Hörsaal, Campus Mainz

  • Concierto de Aranjuez – Joaquín Rodrigo – Solist: Stefan Hladek (Gitarre)
  • Ungarische Rhapsodie Nr. 2 – Franz Liszt
  • Baba Jaga und Großes Tor von Kiev aus: Bilder einer Ausstellung – Modest Mussorgsky
  • Tico Tico – Zequinha de Abreu
  • Batuque – Oscar Lorenzo Fernández

Sommersemester 2014poster_ss14_orange

Sommer.Tanz

Musik und Tanz im Zusammenspiel haben immer wieder facettenreiche Kompositionen hervorgebracht. Tanz ist ein Thema, welches in jedem großen Werk, Oper oder Sinfonie, wenigstens mit einem Zitat, zu hören und zu spüren ist. Deutliche Betonungen, klare Rhythmen, doch auch immer wieder Taktwechsel, die das Herz und den Körper hüpfen lassen. Kein Komponist hat nicht wenigstens ein kurzes Stück zum Tanze komponiert. Dieser Tatsache zollt das SinfOrMa Tribut: Mit Klassikern wie der Farandole aus George Bizets L’Arlésienne Suite Nr. 2, die einen stürmischen provenzalischen Volkstanz darstellt, dem Tanz der Ritter aus Sergei Prokofjews Ballett Romeo und Julia oder demKaiserwalzer (op. 437) von Johann Strauss (Sohn).

Doch der Tanz auf einer Bühne oder in einem Tanzsaal, in offizieller Sache und nach strikter Etikette, bietet ein anderes Gefühl als der in der Freiheit. Auf ein Fest in den hohen Norden nimmt das SinfOrMa Sie besonders gern mit. Hugo Alfvén komponierte seineSwedish Rhapsody Nr. 1 mit einem gewaltigen symbolischen Charakter. DieMidsommarvaka ist ein romantisches Werk, das einer typischen folkloristischen Rhapsodie gleicht und doch den Zuhörer in jedem Moment überrascht. Unschuldig und sorgenfrei beginnen die Streicher mit einem Pizzicato, auf dem die Klarinette eine schöne, warme Melodie spielt. Die Sonne geht allmählich unter und die Feiernden nähern sich dem Fest. Die kürzeste Nacht des Jahres soll gefeiert werden und diese Nacht wird durchgetanzt. Ruhige, romantische, schnelle und wilde Tänze folgen einander. Eine emotionale Achterbahn, die keinen Zuhörer ruhig auf seinem Platz sitzen lässt.

Eine ganz andere Lebensfreude zeigt der Danzon No. 2 von Arturo Márquez. Dieser sehr traditionsreiche mexikanische Volkstanz ist ein bedeutender Teil der Kultur und in den verschiedensten Ausführungen zu hören. Den Danzon No. 2 hat Gustavo Dudamel mit dem Simón Bolívar Orquesta weltbekannt gemacht. Passen Sie auf, dass die Musiker Ihnen nicht auf den Schoß springen. Doch nicht nur wild und rhythmisch, auch bei ruhigen Tönen, wie im Schwanensee oder im ersten Sinfonischen Tanz von Grieg, wird das SinfOrMa Sie in eine andere Welt mitnehmen. Sie dürfen gespannt sein.

Auch dieses Semester hat das SinfOrMa wieder ein Novum im Gepäck. Am 23. Juli in der Christuskirche Mainz wird auch ein Remix des Ungarischen Tanz Nr. 5 von Johannes Brahms zu hören sein. Unter dem Titel Brahms Nr. 5 (Hungarian SinfOrMix)wird das Rhythmussortiment mit elektronischen Klängen verstärkt, der Ungarische Tanz in seine Einzelteile zerlegt, werden Betonungen verschoben und Rhythmen ergänzt. Jakob Baumert, Cellist im SinfOrMa, hat aus einem alten Bekannten einen jungen Hüpfer gezaubert. Das wollen Sie sich nicht entgehen lassen!

Fotos vom Konzert findet ihr hier.

  • Symphonische Tanz Nr. 1 – Edvard Grieg
  • Midsommarvaka – Hugo Alfven
  • Farandole aus: L’Arlésienne Suite Nr. 2 – George Bizet
  • Dance of the Knights aus: Romeo und Julia – Sergei Prokofjew
  • Kaiserwalzer – Johann Strauss (Sohn)
  • Brahms Nr. 5 (Hungarian SinfOrMix) – Johannes Brahms, arr. Jakob Baumert
  • Schwanensee (Ausschnitte) – Peter I. Tschaikowsky
  • Danzon No. 2 – Arturo Marquez

Konzert
23. Juli 2014, 19:30 Uhr
Christuskirche Mainz

Wintersemester 2013/14poster_ws13

Eine musikalische Weltreise

Ein Programm für ein Orchesterkonzert auszuwählen ist nicht ohne Tücken. Man muss vor allem beachten, dass die Musiker, die sich mit den ausgewählten Werken über ein Semester hin beschäftigen, Freude und Herausforderungen erfahren wollen, und dass das Publikum etwas Besonderes sucht, aber auch das Bekannte schätzt. Das Programm soll neue Konzertgänger ansprechen, alte Konzertgänger erneut begeistern, etablierten Musikern in jedem Semester einen Grund geben, sich wieder an die Arbeit zu machen und neue InteressentInnen vom Mitmachen überzeugen.

Mit Efrain Oscher verbindet Nicolai Spieß eine persönliche Bekanntschaft. Als junger Musiker begleitete Spieß gelegentlich Schüler von Oscher und seiner Lebensgefährtin Britta Helmke auf dem Klavier. Doch seine Aufmerksamkeit im Hinblick auf die Orchesterarbeit fiel auf Oscher vor allem durch dessen Werke, die er in jüngster Zeit schrieb und veröffentlichte, Werke, die u.a. von Musikern der Berliner Philharmoniker, dem venezolanischen Jugendorchester „Simón Bolivar“ und anderen bekannten Künstlern aufgeführt wurden.
Mit dem Konzert für Schlagzeug, Soloflöte und großes Orchester dem „Green Concerto“ stellt Oscher ein Werk vor, welches ein Zusammenspiel und ein gegenseitiges Entdecken der Soloinstrumente und des Orchesters zulässt – eine Kompositionsidee, die es bisher so noch nicht gab.

Venezuela – starke Rhythmen und weiche Flächen, neue Spielformen und eine musikalische Entdeckungsreise. Dem Weg um die Welt und in die Welt der Musik, schloss sich Joly B. Santos an. Der Portugiese, der von seinen Landsleuten auch als einer der bedeutendsten portugiesischen Komponisten des 20. Jahrhunderts bezeichnet wird, lebte von 1924 bis 1988. Santos komponierte eine Vielzahl von Werken verschiedenster Gattungen. Seine ersten 4 Sinfonien komponierte er in kürzester Zeit, innerhalb von 3 Jahren zwischen 1947 und 1950. Sinfonie Nr. 5, eine Komposition mit sehr zeitgenössischem und atonalem Charakter, begann und vollendete Santos erst 16 Jahre später.
Die „Sinfonie Nr. 4 in e-moll“, seine letzte tonale Sinfonie, wurde ein mächtiges Werk, welches er später noch mit einem alternativen Chorfinale versah. In allen 4 Sätzen werden die Streicher und Bläser gefordert. Über eingehende ruhige Melodien geht es zu aufgeregten Passagen, die den Musiker mit immer anderen Taktformen vorantreibt. Ein beeindruckendes Werk, das viel zu selten gespielt wird.

Fotos vom Konzert in Bremen findet ihr hier.

Konzert Mainzefrain1
29. Januar 2014, 19:30 Uhr
Christuskirche Mainz

Konzert Bremen
22. Februar 2014, 19:30 Uhr
Waldorfschule Bremen, Toulerstraße 3

Solistensascha_suso2
Efrain Oscher, Flöte
Sascha Suso, Percussion

  • Libertango – Astor Piazzolla
  • Konzert für Schlagzeug, Soloflöte und großem Orchester – Efrain Oscher, 2013

– Pause –

  • Sinfonie Nr. 4 in e-moll – Joly Braga Santos, 1950

Sommersemester 2013poster_ss13

Filmmusik

Nach fast dreijährigem Bestehen lädt SinfOrMa, das Sinfonische Orchester Mainz, ein zu einer Reise durch die Filmmusik in diesem Sommersemester. Das studentische Orchester spielt am Mittwoch den 10.07 um 20.00 Uhr in der Christuskirche in Mainz sowie am Donnerstag den 11.07. um 20.30 Uhr Hörsaal P1 auf dem Uni Campus. Seit sechs Semestern bereichert es unter der Leitung von Nicolai Spieß die musikalische Campus-Welt.

Komponisten wie Hans Zimmer, John Williams und Alan Silvestri entführen die Kinobesucher in fremde Welten und auch SinfOrMa möchte sie an diesem Abend mitnehmen in die Welt von Harry Potter, Indiana Jones und Forrest Gump. Das 65-köpfige studentische Orchester mit einem starken Bläsersatz und vollen Streicherklängen lässt sie an diesem Abend die allgegenwärtige Macht Darth Vaders aber auch die sanften Melodien von Forrest Gump erleben und ganz ohne Bild die Wirkung von Filmmusik erleben.

Filmmusik stellt Musik dar, welche für einen konkreten Film geschrieben wurden oder aus dem klassischen oder populären Bereich entlehnt wurde. Doch Filmmusik bedeutet so viel mehr als nur Musik zum Film. Die Musik soll Bilder erschaffen ohne dass diese zu sehen sind, es soll Emotionen verstärken, verändern und neu orientieren. Es soll überraschen, erschrecken und Ruhe sowie Unruhe stiften. Kurzum, Musik im Film ist ein wichtiger Teil und nicht weg zudenkender Teil der Filmindustrie.

Das SinfOrMa hat sich für dieses sommerliche Konzert die wohl wichtigsten Vertreter der Filmkomposition herausgesucht und möchte an Werken aus bekannten und beliebten Filmen die Nutzung der musikalischen Emotionen zeigen. Von den weiten der Prärie in „Der mit dem Wolf tanzt“ zu den fernen Galaxien der Sternen Kriege ist für jeden Film- und Musikfan etwas dabei.

Fotos vom Konzert findet ihr hier.

  • 20th Century Fox Theme – Alfred Newman
  • Forrest Gump – Alan Silvestri
  • Jurassic Park – John Williams
  • Der mit dem Wolf tanzt – John Barry

– Pause –

  • Hogwarts March (Harry Potter) – John Williams
  • Gladiator – Hans Zimmer
  • Indiana Jones – John Williams
  • Nimrod (aus den Enigma Variationen) – Edvard Elgar
  • Imperial March (Star Wars) – John Williams

Konzerte
10. Juli 2013, 20:00 Uhr
Christuskirche Mainz

11. Juli 2013, 20:30 Uhr
Hörsaal P1, Uni Campus

Moderatoren
Eric Hoenen & Simon Born

 

Wintersemester 2012/13

Ein slawischer Winterposter_ws12

„Ein slawischer Winter“ lautete das Motto und machte der anhaltenden eisigen Kälte alle Ehren. Die Idee für ein solches Programm bestand schon seit Längerem, besonders Dvořáks „Slawische Tänze“ und natürlich Johannes Brahms „Ungarische Tänze“ aus denen die Nr. 5 seit dem ersten Konzert des SinfOrMas als Zugabe diente. Erweitert wurde das Programm mit Glinkas Ouvertüre aus der Oper „Ein Leben für den Zaren“ sowie dem Kontrabass-Konzert von Sergej Koussevitzky, das mit David Oelbe als Solist den Höhepunkt darstellte. Das zweite Konzert fand dieses Mal im neuen Pengland statt, das ein altes Autohaus bezogen hatte und damit eine außergewöhnliche Konzertatmosphäre darstellte. Es war sicherlich das bis dahin gelungenste Konzert, die Stücke waren gut gewählt und gespielt. Auch die Musiker hatten viel Spaß an den slawischen Klängen und feierten voller Stolz den Kontrabassvirtuosen.

Fotos vom Konzert findet ihr hier und hier.
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  • Slawische Tänze – Antonin Dvorak
  • Ouvertüre aus „Ein Leben für den Zaren“ – Mikhail Glinka
  • Konzert für Kontrabass und Orchester – Sergej Koussevitzky
  • Ungarische Tänze – Johannes Brahms

Konzertedavid_oelbe3
30. Januar 2013, 20:00 Uhr
Hörsaal P1, Uni Campus Mainz

31. Januar 2013, 20:00 Uhr
PENG! Mainz, Kulturzentrum

Solist
David Oelbe (Foto)

 

 

 

Sommersemester 2012

An American Summer – eine europäische Erstaufführungposter_ss12

Das sich Solisten aus Orchesterverbänden herausstellen ist in jedem Orchester eine bekannte Praxis. Im vorangegangenen Wintersemester war es Stephan Seel, der als Probenleiter einen wichtigen Teil des SinfOrMa ausmacht. Im Sommersemester war dagegen ein Musiker der ersten Stunde ins Visier gerückt. Bereits von Anfang an dabei, hatte sich Christian Illgner beim ersten Konzert mit der beginnenden Sequenz aus dem Jurassic Park, viele Freunde gemacht. Nun sollte er in einem Solokonzert zeigen was er kann.

Wichtig vor allem ist letztendlich die Auswahl des richtigen Werkes. Spielbar für den Solisten, spielbar und nicht zu langweilig für das Orchester und natürlich attraktiv für den Zuhörer. Nach langer Suchen und sich durchhören, durch die klassischen und weitbekannten Hornkonzerte, sprang ein Werk ins Auge, welches eine völlig neue Facette eines Konzertes für Horn und Orchester darbot. Jazz, Filmmusik, klassische Klänge, südamerikanische Rhythmen und weitmehr, boten sich im klang und auf der Partitur dar. „Rhapsody fpr Horn and Orchestra“ von Craig Russell war der gefundene Schatz. Eine Herausforderung von einer Länge von 40 Minuten, 5 Sätzen und vielen rhythmischen Hindernissen.

Das Konzertthema „An American Summer“ war somit gefunden worden und wurde ergänzt. Highlights aus der West Side Story, die Fiesta Criola von L. M. Gottschalk und den Fluch der Karibik formten das amerikanisch-musikalische Programm des Sommers.

Doch um an die Noten für die Rhapsody zu gelangen, musste erst einmal Kontakt nach Kalifornien aufgenommen werden, da das Werk bisher nicht verlegt war. In dem Zuge wurde sehr schnell die Korrespondenz zu Craig Russell eröffnet und ein wahnsinnig hilfsbereiter Herr Russell machte alles möglich, damit das SinfOrMa sein Werk aufführen kann. Als besonderen Höhepunkt muss man aber vor allem die Anwesenheit des Komponisten bei der Europapremiere herausstellen. In einem Dialog stellte er dann auch während des Konzertes seine Intentionen hinter dem Werk dar. Dadurch wurde der Abend zu einem sehr internationalen und besonderen Konzert.

Fotos vom Konzert findet ihr hier.

  • Highlights aus der West Side Story – Leonard Bernstein
  • „Fiesta Criola“ aus „A night in the tropics“ – L. M. Gottschalk
  • Rhapsody for Horn and Orchestra – Craig Russell
  • Fluch der Karibik – Klaus Badelt

Konzertechristian3
12. Juli 2012, 20:30 Uhr
Hörsaal P1, Uni Campus Mainz

Solist
Christian Illgner (Foto)

Special Guest
Craig Russel

 

 

 

Wintersemester 2011/12

Das erste klassisch sinfonische Programmposter_ws11

Nach einjährigem Bestehen des Sinforma, wagte man sich an ein „klassisches“ Konzertprogramm: Finlandia von Sibelius als Ouvertüre, gefolgt von einem Solo-Konzert und als Abschluss eine Sinfonie. Dies führte zu der Überlegung, dass man den Konzertrahmen ein wenig ausdehnt und man entschied sich, zwei Konzerte zu spielen, eines an der Universität und ein zweites im Mainzer Kulturzentrum KUZ. Das Programm war anspruchsvoll, jedoch erfolgreich. Das Konzert für Posaune und Orchester von Ernst Sachse mit Stephan Seel als Solist war nicht nur eine Besonderheit, die man selten zu Hören bekommt, sondern auch von Niveau und Ausführung absolut gelungen.

Mit Robert Schumanns 3. Sinfonie
„Die Rheinische“ hatte man sich ein weiteres
sehr ws11_fotohohes Ziel gesetzt. Das Orchester war motiviert und die Musik wurde gut umgesetzt, trotz gelegentlicher Intonationsschwierigkeiten. Das Orchester hingegen lernte hier ein ganz neues Niveau kennen und eine präzisere Form des Zusammenspiels. Aber besonders wurde mit den zwei Konzerten und der hervorragenden Kooperation mit dem KUZ ein sehr starker Gemeinschaftssinn im Orchester etabliert, der stetig wächst und für gelungene Proben und Konzerte sorgt.

Fotos vom Konzert findet ihr hier.

  • Ouvertüre aus „Finlandia“ – Jean Sibelius
  • Konzert für Posaune und Orchester – Ernst Sachse
  • Sinfonie Nr. 3 „Die Rheinische“ – Robert Schumann

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25. Januar 2012, 20:00 Uhr
Hörsaal P1, Uni Campus Mainz

26. Januar 2012, 20:00 Uhr
KUZ Mainz, Kulturzentrum

Solist
Stephan Seel (Foto)

 

 

Sommersemester 2011

Open Air auf dem AStA Sommerfest

Nach einem gelungenen ersten Semester wagte sich Sinforma im Sommersemester 2011 an ein Open-Air Konzert auf dem Asta-Sommerfest und rund 50 Musiker versammelten sich auf der Treppe vor der alten Mensa, um mit Mendelssohn und Big Band die Zuhörer zu begeistern. Jedoch musste das junge Orchester feststellen, dass ein Konzert im Freien ganz neue Hürden zu überwinden hat: Die Musiker mussten sich mit Sonnenbrille und –creme gegen den strahlenden Sonnenschein wappnen, der Wind blies Notenständer und –blätter fort und die Akustik wurde anfangs vergeblich gesucht.

Besonders die traumhafte Konzert-Ouvertüre „Die Hebriden“ von Mendelssohn-Bartholdy hatte darunter zu leiden. Ungleich besser verliefen die folgenden Big Band-Stücke mit Pavel Mozgevoy als Sänger am Mikrofon, der beim Publikum gleich für Begeisterung sorgte und das Konzert doch noch zu einem erfolgreichen Abschluss brachte. Und so lernte auch die Orchesterleitung mit neuen Bedingungen umzugehen, dass ein Open-Air Konzert eine ganz eigene Stückauswahl erfordert, aber auch dass die Musiker sich gewissenhaft den Hürden stellen und man letztendlich gemeinsam einen Weg für ein gelungenes Konzert sorgen kann.

Fotos vom Konzert findet ihr hier.

  • Vorspiel zu „Also sprach Zarathustra“ – Richard Strauss
  • Ouvertüre zu „Den Hebriden“ – Felix Mendelssoh-Bartholdy
  • Beyond the Sea (Big Band + Orchester) – Robbie Williams
  • Bojangles (Big Band + Orchester) – Robbie Williams
  • Feeling Good(Big Band + Orchester) – Michael Bublé
  • Ungarischer Tanz Nr. 5 – Johannes Brahms

Konzerte
08. Juli 2011, 16:30 Uhr
Open Air: vor der Alten Mensa, Uni Campus Mainz

Solist
Pavel Mozgovoy

Secial Guest
SinfOrMa Big Band

 

Wintersemester 2010/11

Eine Premiere auf dem Mainzer Uni Campus

Um es mit den Titeln der beiden Konzertkritiken zu sagen: „SinfOrMa besteht die Feuerprobe mit Bravour“ (Rhein-Zeitung), „Beachtliches Debüt des „Sinfonischen Orchesters Mainz“(AZ-Mainz). Nicht anders hätte man die Entwicklung in diesem allerersten Semester ausdrücken können. Angefangen am 3. November 2010 mit der Prima Vista Probe des Wintersemesters 2010/11, wuchs in den 10 Wochen ein beachtlicher Orchesterklang zusammen. Nach und nach fanden sich Freundschaften, Gleichgesinnte und weitere Musiker die Interesse hatten den Anfang im SinfOrMa mit zu gestalten.

„Es war genial. Wir haben mit ungefähr zwanzig Leuten gerechnet und dann waren es auf einmal mehr als fünzig!“ (STUZ, Dezember 2010). Ohne Übertreibung war bereits in der ersten Probe ein volles Orchester beisammen. Mit über fünzig Musikern wurden einige Werke an-, andere durchgespielt um die technischen Voraussetzungen abzuschätzen und jeden Geschmack der Musiker anzufixen. Wie überall folgte der Probenbesuch einer Achterbahnkurve, doch anders als bei diesem Freizeitgerät, ging es am Ende nach oben. Mit zwischenzeitlich unter zwanzig und letztendlich 46 Mitgliedern beim Konzert brauchte sich das SinfOrMa nicht zu verstecken.

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Einen ungemein wichtigen Anteil an dem Erfolg des ersten Konzertes und Konzertprogramms hatte Martin Kratzsch. Als ehemaliger Klarinettenlehrer von Nicolai Spieß kam er durch diesen in Kontakt mit dem SinfOrMa und wurde gefragt, ob er Interesse hat ein Teil dieser Premiere zu sein. Mit Freude und viel Engagement stellte er seine Eigenkomposition „Odessa – Rhapsodie im Klezmerstil“ zur Verfügung, die vom Orchester mit Kusshand entgegen genommen wurde. Ein Werk, welches die besonderen Facetten der jidischen Volksmusiktradition Klezmer mit dem klassischen Orchesterklang Mendelssohns besonders brilliant verbindet. Doch vor allem beeindruckend war das Zusammenspiel mit einem professionellen und wundervoll emotionalen Klarinettenklang. Die Musiker der ersten Stunde schwärmen immer noch von diesem Erlebnis.

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Obwohl das SinfOrma von Anfang an als Experiment geplant war und niemals den Drang hatte sich direkt etablieren zu wollen, blieb nach einem frenetisch bejubelten und restlos ausverkauften Konzert im Hörsaal P1 nichts anderes übrig, als über die Zukunft nach zu denken. Die Musiker hatten in dem Moment den größten Anteil am weiteren bestehen dieses jungen Orchesters. Jeder hatte den Wunsch weiter zu machen und auch im Sommersemester die Mittwochabende gemeinsam beim Proben und Töne suchen zu verbringen. Durch diesen Willen und den Einsatz der Studenten ging es im Sommerrsemester weiter. Das Sinfonische Orchester Mainz begann sich langsam zu etablieren.stuz_bericht_ws10

  • Ouvertüre aus „Egmont“ – Ludwig van Beethoven
  • Odessa – ein Klezmer Klarinettenkonzert – Martin Kratzsch
  • Jurassic Park – John Williams

Konzerte
17. Februar 2011 – 20:15 Uhr
Hörsaal P1, Uni Campus Mainz

Solist & Special Guest
Martin Kratzsch